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Sprachfehler und Taubheit

Über Sprache

Ich bin mit einem sehr liebenswerten Paar befreundet. Die zwei wirken auf Außenstehende wie die pure Harmonie. Die beiden haben aber ein Geheimnis. Er nuschelt und sie ist taub. Das ist zumindest das was sie sich untereinander sagen. Es ist tatsächlich so, dass er manchmal etwas undeutlich spricht und sie schon mal „Bitte?“ fragt, bevor sie das Gesagte zu Ende verarbeitet hat. Aber das ist nicht der Punkt. Für mich als Trainer und Mediator ist die Frage: Warum funktioniert es mit den beiden so gut? Warum verstehen sie sich? Warum würde die Mehrheit ihrer Freunde sagen, dass sie ein sehr harmonisches Paar sind?

Weil Worte nicht alles sind.

Streng genommen stellt die verbale Kommunikation nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kommunikation dar. Wir teilen viel mehr über die Sprachmelodie, die Körperhaltung und die Mimik mit, als über Worte. Das
Geheimnis der beiden ist, dass sie diese non-verbale Kommunikation offenbar perfekt beherrschen. Damit können sie sehr viel mehr transportieren, als andere Paare, die sich stundenlang unterhalten und ihre Wünsche und Bedürfnisse perfekt in Worte kleiden können. Oder jedenfalls meinen, dass sie das können.

Diese Art der Kommunikation ist selten und meistens auf sehr enge Beziehungen beschränkt. Aber wir alle können unsere Fähigkeit zur non-verbalen Kommunikation verbessern. Dabei geht es gar nicht so sehr darum die Fähigkeit zu verbessern, Nachrichten auszusenden. Das machen wir meistens sehr intuitiv. Oder haben Sie schon mal versucht, Ihre Mundwinkel bewusst nach oben oder unten zu ziehen, wenn Sie etwas non-verbal aussagen möchten? Was wir aber verbessern können, ist unsere Empfangsfähigkeit. Wir können an unserer Fähigkeit arbeiten, die non-verbalen Nachrichten der anderen zu verstehen.

In der non-verbalen Kommunikation gibt es übrigens selten Sprachfehler. Die Mimik sagt meistens aus, was wir wirklich mitteilen möchten. Aber die non-verbale Taubheit ist weit verbreitet.