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Emojis

Eine neue Art der Kommunikation

Benutzen Sie WhatsApp? Oder vielleicht einen anderen Messenger? Schreiben Sie noch SMS oder chatten Sie? Dann benutzen Sie wahrscheinlich auch Emojiis. Ganz gleich ob es vorgefertigte sind  oder ob sie schlicht und ergreifend :) schreiben. Sie verwenden Sie. Aber warum eigentlich? Warum reicht uns nicht das was wir mit Buchstaben und Worten ausdrücken können? Weil wir Menschen gewohnt sind nicht nur über die reine Sprache zu kommunizieren. Kommunikation ist für uns viel mehr als Buchstaben, Zahlen, Worte und Sätze. Kommunikation besteht für uns aus Gestik, Mimik und Tonfall. Daraus können wir oft mehr heraushören oder heraussehen, als aus den bloßen Worten. Darum fügen wir selbst einer kurzen Nachricht auf dem (Smart)Phone noch Emotionen hinzu.

Jetzt überlegen Sie bitte einmal, wann Sie das folgende Symbol in der Regel verwenden: ;) ? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich verwende es meistens, wenn ich ausdrücken möchte, dass ich etwas nicht ganz ernst meine. Wenn etwas ironisch gemeint ist. Ich möchte dem Geschriebenen die Schärfe nehmen. Wenn ein Freund von mir nach dem Oktoberfest am Bordstein stolpert und sich den Fuß verstaucht schreibe ich: „Wohl zu viel getrunken, was?“ Das könnte als Vorwurf klingen, mit Sicherheit nicht als neutrale Frage. Wenn ich aber den zwinkernden Smiley hinzufüge, nehme ich Schärfe raus. Unter Freunden geht das.

Wenn wir im Konfliktfall kommunizieren – geschrieben oder gesprochen – sehen und hören wir diese kleinen Signale nicht mehr. Wir übersehen den Smiley vom Chef und wir hören den versöhnlichen Unterton nicht. Wir sind auf Konflikt eingestellt und so empfangen wir auch Nachrichten. Die Folge ist oftmals eine Eskalation des Konflikts. Um bei den Emojiis zu bleiben. Wir sind wie die drei Affen: wir hören nichts, wir sehen nichts und wirklich sprechen können wir auch nicht.

Wie kommen wir da wieder heraus? Indem wir gar nicht erst so tief eintauchen. Wir können lernen die feinen Signale der non-verbalen Kommunikation zu lesen und zu beachten. Wir können lernen mit allen Sinnen zuzuhören – nicht nur mit den Ohren?